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Der Begriff ''deterministischer Automat'' (dA) ist entstanden als abstraktes Modell realer diskontinuierlich (zeitdiskret, getaktet) und determiniert arbeitender informationeller Systeme mit Eingabe-, Ausgabe-, Verknüpfungs- und Speicherelementen als Träger informationeller Prozesse.
Der dA ist zugleich aber auch ein Notierungssystem mit integrativem, konstruktivem und heuristischem Charakter für eine beträchtliche Anzahl von Algorithmen.
Die Einbettung von Algorithmen in das mathematische Modell dA ist ein
nützliches Werkzeug für systematische Erweiterungen,
Verallgemeinerungen, Kombinationen, ... von Algorithmen unter Einvernahme des
theoretischen und ingenieurmäßig-pragmatischen Methodeninventars
für die Analyse und Synthese von Automaten (Schaltbilddenken,
Einfügen zusätzlicher Rückkopplungen, Zusammenschaltungen,
Zustandskopplungen; vgl. [1], Abschn. 4 und [2], Abschn. 2.3). Vielfach ergibt sich dabei zwanglos die
Hinzunahme eines zunächst nicht vorhandenen Schalt-
bzw. Steuereingangs
(Analogie: Diode
Transistor).
Ein dA wird durch nachstehendes Blockschema Bild 1 symbolisiert.

Bild 1:
Blockschaltbild des dA ![]()
Hierbei ist
| - | Eingangsvariable | (1) | |
| - | Ausgangsvariable | (2) | |
| - | Zustandsvariable | (3) | |
| - | Taktzeitpunkt | (4) | |
| - | (eindeutige)- Ergebnisabbildung, | (5) | |
| Elementnotation |
|||
| - | (eindeutige) Folgezustandsabbildung, | (6) | |
| Elementnotation |
|||
| - | Anfangszustand. | (7) |
![]() | (8) |
![]() | (9) |
Beispiel:
Verzögerungselement erster Ordnung (D1), Bild 3

Bild 3: Verzögerungselement erster Ordnung
| X = Y = Z | (10) |
| y = r (x, z) = z | (11) |
| z' = s (x, z) = x | (12) |
Heron von Alexandria (1. Jh. n. Chr.) hat ca. 80 n. Chr. zusammen mit
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''VIII. Es giebt eine allgemeine Methode, um, wenn drei Seiten eines
beliebigen Dreiecks gegeben sind, den Inhalt ohne die Höhe zu finden.
Beispielsweise seien die Seiten des Dreiecks =7, 8, 9.
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| |||
| |||
Dieser Heron-Algorithmus läßt sich wie folgt als Struktogramm [3,4] notieren:
Algorithmus (A1):
Heron-Algorithmus zur näherungsweisen Berechnung der Quadratwurzel einer
positiven reellen Zahl
In [5], Abschn. 3.2 wurde gezeigt:
Die "Einschwingdauer"
hängt dabei von
und
ab, sie ist umso größer, je größer
ist; (A1) konvergiert
in Fixpunktnähe quadratisch.
Bei sprungförmiger Änderung des Radikanden
von
auf
läuft bei "Eingabe"
von
und dem Startwert
zunächst der
Berechnungsprozeß von
ab, bei der "Eingabe"
von
beginnt mit dem zuletzt berechneten Näherungswert
für
als
neuem Startwert der Berechnungsprozeß von
. (A1) besitzt " Inputfolgeverhalten"
mit einem
zwischengeschalteten Einschwingvorgang.
Die Abarbeitung des Heron-Algorithmus entspricht genau dem eingangs beschriebenen dA-Umformungsprozeß einer Eingangsfolge, hier
![]() |
(13) |
![]() | (14) |
![]() | (15) |
![]() | (16) |
| (A1) | für alle |
|||||
| dA |
|
|
für alle |
Tabelle 1: Automateneinbettung des Heron-Algorithmus
Aufgabe 19.1 Der dA nach Tabelle 1 generiert bei konstanter Eingabe
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Setzt man in (A1)
| (17) |
![]() |
(18) |
Der so normierte dA zeigt das Verhaltensmuster
"dynamischer Inputfolger"
(INF):
Bei konstanter Eingabe
wird
- nach einem kurzen Einschwingvorgang, dessen Dauer von
und
abhängt,
- stationär
ausgegeben.
Eine danach
in einem Taktzeitpunkt von außen aufgeprägte Änderung ("Injektion") führt
über einen neu beginnenden kurzen Einschwingvorgang wieder zu der stationären
Ausgabe
.
Bei einer gegenüber der Einschwingdauer langsam veränderlichen Eingabe
ist stationär
.
Bei sprungförmiger Eingabe
![]() |
(19) |
| (20) |
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Aufgabe 19.2(a) Bearbeiten Sie die Fragestellungen von Aufgabe 19.1 für den dA INF. (b) Untersuchen Sie analytisch und experimentell das Verhalten des INF für
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Der vorstehend beschriebene dA dynamischer Inputfolger realisiert offensichtlich, abgesehen von kontraktiven Einschwingvorgängen (vgl. [6,7,8]), keine eigenständige Umformung seiner Eingangsfolge, ist also für sich gesehen algorithmisch inaktiv. Er entfaltet seine Wirkung erst in geeigneten Zusammenschaltungen. Die folgenden Experimente sollen das pragmatisch ausloten.
In einem ersten Experiment wird die Auswirkung einer weiteren, gewichteten Rückkopplung (Bild 5) auf das Verhalten des INF untersucht.
Bild 5: INF mit zusätzlicher Rückkopplung, Experiment 1
Für
| (22) |
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| Bild 6: | Verlauf
von Eingangs- und Ausgangsgröße des INF nach Bild 5;
|
Nach einem kurzen Einschwingvorgang wird stationär
| (23) |
| (24) | |
![]() | (25) |
| (26) |
| (23) |
| (27) |
| (28) |
Diese Interpretationen von Experiment 1 assoziieren ein weiteres Modell aus der Elektrotechnik, das System Motor-Last (vgl. Bild 5) und damit verknüpft die Fragestellungen
| - "stärkerer Motor" |
| - größere Last" |
| - Belastungskennlinie |
| - verschiedene Motorarten, verschiedene Lastarten |
Aufgabe 19.3Bearbeiten Sie die Fragestellungen von Aufgabe 19.1 für den dA Bild 5. |
Bei Experiment 2 befindet sich in dem zusätzlichen Rückkopplungszweig eine nichtlineare Last (Bild 7)
| (29) |

Bild 7: INF mit zusätzlicher Rückkopplung, Experiment 2
Bild 8 zeigt ein typisches Verhaltensmuster dieses dA.
| Bild 8: | Verlauf der Ausgangsgröße des INF nach Bild 7; |
Bei konstanter Eingabe folgt auf einen anfänglichen kurzen
Einschwingvorgang (wie bei Experiment 1) ein amplitudenbegrenztes
pseudostochastisches Oszillieren, in dessen Verlauf kurze auf
hin konvergierende und dann
wieder divergierende Abschnitte einander abwechseln.
Für kleine
lassen sich diese Oszillationen bereits durch Zuschalten
eines einfachen Mittelwertbildners (" Glätten"
durch arithmetische Mittelwertbildung, AM)
unterdrücken, man erhält so den dA Bild 9 mit den Komponenten Motor,
Last und Stabilisator.

Bild 9: Iterativer
Gleichungslöser für
Die Bilder 10 und 11 zeigen typische Verhaltensmuster dieses dA.
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![]()
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Bei konstanter Eingabe wird nach einem kurzen Einschwingvorgang nunmehr stationär
| (30) |
| (31) |
| (32) |
Aufgabe 19.4
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![]() |
(33) |

Bild 12: Iterativer
Gleichungslöser für die algebraische Gleichung
Die Bilder 13 und 14 zeigen für diesen dA typische Verläufe der
Ausgangsgröße
. Dabei wird jeweils eine positive Lösung der
algebraischen Lastgleichung (33) richtig berechnet.

| Bild 13: | Verlauf der Ausgangsgröße y(t) des iterativen
Gleichungslösers nach Bild 12;
|
| Bild 14: | Verlauf der Ausgangsgröße y(t) des iterativen
Gleichungslösers nach Bild 12; |
Besitzt die Lastgleichung (33) keine positiven Lösungen, läuft
gegen 0, der dA
Bild 12 berechnet dann keine Lösung der Lastgleichung: Bild 15.
| Bild 15: | Verlauf der Ausgangsgröße y(t) des iterativen
Gleichungslösers nach Bild 12;
|
Aufgabe 19.5
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| (34) |
| (35) |
| (36) |

Bild 16: Iterativer
Gleichungslöser für die Lastgleichungen (35) bzw. (36)
Im Falle der eindeutig umkehrbaren Lastgleichung
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| (35) |
| (37) |
| Bild 17: | Verlauf der Ausgangsgröße y(t) des iterativen
Gleichungslösers für die Lastgleichung |
![]()
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Die Ergebnisse der Experimente 1, 2, 3 und 4 bilden die Basis
für ein zunächst pragmatisch begründetes Modell:
Der dA dynamischer Inputfolger wird
als leistungsfähiger Iterationsmotor ("Treiber")
durch Einfügen eines zusätzlichen Rückkopplungszweiges, in den,
erforderlichenfalls über eine stabilisierende Anpassungsschaltung
eine einstellige Funktion (Gleichung)
| (38) |
der bei konstanter Eingabe des Funktionswertes
nach einem kontraktiven Einschwingvorgang
mit erforderlicher Genauigkeit einen zugehörigen Argumentwert (eine zugehörige Lösung)
| (39) |
erfolgt nichtinvasiv (also nicht durch formales Auflösen der
Gleichung
nach
)
geschieht durch aufeinanderfolgende Berechnung von Funktionswerten der
Lastfunktion
so,
daß deren Folge gegen das gegebene
und deren Argumentfolge gegen das gesuchte
inv
konvergiert. Die Konvergenz wird durch die Kontraktionswirkung des dynamischen
Inputfolgers (vgl. [6,7,8]) erzwungen.
Aufgabe 19.6 Wie ist das vorstehend eingeführte Modell
Motor-Stabilisator-Last durch eine zusätzliche äußere
Beschaltung zu erweitern, damit bei konstanter Eingabe |
Aufgabe 19.7Suchen Sie nach "stärkeren"Testen Sie in diesem Zusammenhang experimentell den in Bild 20 dargestellten Schaltungsvorschlag.
Bild 20: Iterationsmotor mit den Kontraktionsfunktionen
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Aufgabe 19.8 Entwerfen und erproben Sie im Zusammenhang mit den Aufgaben 19.6 und 19.7
wirksame schaltungstechnische Maßnahmen zur Unterdrückung von
Instabilitäten und zur Verkürzung der Einschwingzeit.
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Aufgabe 19.9 Diskutieren Sie alle erhaltenen Ergebnisse in Bezug auf die praktische
Anwendbarkeit und Leistungsfähigkeit des vorliegenden Modells
Motor-Stabilisator-Last.
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