Modul 4

Basisinvention

"Rhapsodie in sqr(2)"

Kettenalgorithmen


    "Neugier, allgemeinsprachlich oft abwertend gebrauchte Bez. für unangemessenes Interesse an den Angelegenheiten anderer Menschen; grundsätzlich ist N. (N.--Verhalten) ein Bedürfnis nach Neuem und Aufsuchen von Neuem, wobei orientiertes ebenso wie gerichtetes und zielstrebiges Vorgehen eine Rolle spielt. N. ist ein bei Menschen und bei Tieren zu beobachtendes Verhalten, das wahrscheinlich angeboren ist (Trieb zur Exploration). Sie regt zum Auskundschaften der Umwelt und zu oft spieler. äußerem und innerem Experimentieren um der Entdeckung des Neuen willen an. Der kindl. N. und ihrer Förderung durch ein freilassendes und Anregungen bietendes Verhalten der Erziehungspersonen wird in der Pädagogik eine große Bedeutung beigemessen für die Entwicklung der Motivation eines späteren Strebens nach Erkenntnis (Lernfähigkeit, Wißbegier), schöpfer. Tätigkeiten, aber auch für Offenheit und Kontaktbereitschaft im Sozialisationsprozeß. Bei vielen Tieren erlischt das N.--Verhalten mit der Geschlechtsreife. Beim Menschen dagegen bleibt die N. lebenslang bestehen."

Brockhaus Enzyklopädie, Band 15, S. 474, Mannheim 1991


Interpretiert man die Halbwinkelbeziehung der Cosinusfunktion
(1)

als Rekursionsgleichung und
(2)
als die zugehörige Startgleichung, so ergibt sich als Lösung die Kettenwurzeldarstellung

(3)

in der (m+1)-mal der Radikand 2 auftritt und die Wurzeln durch das m-stellige Vorzeichenwort verknüpft werden.

Mit
(4)

und
(5)

folgt andererseits aus Gl. (3)
(6)
und damit die Kettenwurzeldarstellung

(7)

Sie erkennen:
Bei gleicher Struktur unterscheiden sich die Gleichungen
(3) (7)            
- auf der linken Seite im (diskreten) Argument der Cosinusfunktion:
- auf der rechten Seite im m-stelligen Vorzeichenwort der Wurzelverknüpfung:

An dieser Stelle erwacht Ihre Neugier, der Trieb zur Exploration und ''verführt'' Sie zu der Hypothese:

Es könnte sein, daß eine Kettenwurzeldarstellung der Cosinusfunktion

(8)

existiert, wobei jedem möglichen diskreten Argumentwert
(9)
eineindeutig ein m-stelliges Vorzeichenwort
(10)
bzw. ein zugehöriges m-stelliges Binärwort
(11)
zugeordnet ist:
(12)

Da eine Bestätigung dieser Hypothese durch eine exakte Herleitung der Gln. (8)-(12) schwierig erscheint, entscheiden Sie sich zunächst für eine Überprüfung durch ein Experiment, das bei negativem Ausgang die Hypothese widerlegt:
Bei m=3 wird für alle aus den Gln. (8) - (11) numerisch, z.B. mittels Taschenrechner, berechnet.

Ergebnis:

b2 b1 b0
000
001
010
011
100
101
110
111

D.h., die Hypothese ist für m=3 bestätigt, insbesondere ist jedem Zähler eineindeutig ein b zugeordnet.

Darüberhinaus eröffnet die Interpretation des vorliegenden Ergebnisses (m=3) einen Weg zur Bestimmung des noch unbekannten Bildungsgesetzes von f:
(13)

(14)
.

Aus vorstehender Baumdarstellung entnehmen Sie sofort: Der gesuchte bijektive Zusammenhang zwischen Zähler bzw. a und b ist der Gray-Kode [1,2] (Konstruktionsprinzip Paarbildung!).
(15)

4.1.

Überprüfen Sie die durch die Gln. (13)-(15) erweiterte Hypothese experimentell für m=4.

4.2.

Verifizieren Sie die so erhärtete Hypothese nun durch exakte Herleitung aller Gln. (8)-(15).

Ergebnis:

Die Funktionswerte von und lassen sich für diskrete äquidistante Argumente x in Form einer endlichen Kettenwurzel darstellen.

(16)




(17)




(18)


(19)


(20)

Spezialfälle:
-
(21)
(22)

Aus Gl. (22) folgt eine Kettenwurzeldarstellung für
(23)
(entspricht Archimedes-Algorithmus zur näherungsweisen Berechnung von , vgl. Baustein 7)

-
(24)
(25)
Aus Gl. (25) folgt eine Kettenwurzeldarstellung für 2
(26)

4.3.

Geben Sie auf Grundlage der Gln. (16)-(20) Kettenwurzeldarstellungen weiterer mathematischer Konstanten an. Z.B. ist
(27)

4.4.

Untersuchen Sie numerisch das Konvergenzverhalten der Kettenwurzeldarstellungen Gln. (23), (26), (27), ..


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