Modul 9

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Die Module

Darstellung einer Bruchzahl im Zahlensystem mit der Basis B, Verallgemeinerungen

Zahlentheoretische Algorithmen


Jede Bruchzahl

; (1)

läßt sich in der Form

(2)

notieren. Hierbei ist

(3)

der ganzzahlige Anteil von ,
(4)

die Systembruchdarstellung [1, 2] von zur Basis
(5)

mit den Ziffernwerten

  ;   i= 1, 2, 3, ... .(6)

Die Systembruchdarstellung Gl. (4) ist endlich (abbrechend), wenn b als Primteiler nur die Primteiler der Basis B enthält, andernfalls unendlich und reinperiodisch oder gemischtperiodisch.

Die Berechnung der Ai (Systembruchentwicklung von ) erfolgt sequentiell in der Reihenfolge A0, A1, A2, A3, ... mittels des nachstehend in Struktogrammform [3] notierten Algorithmus (A1) (vgl. [2, 4, 5]), im nichtabbrechenden Fall ist die Anzahl n der zu berechnenden Ziffern vorzugeben.

Bereits ausgegebene Ziffern werden dabei nicht mehr in die Berechnung einbezogen (Spigot-Ausgabe [6]).


Algorithmus (A1): Systembruchentwicklung von

9.1.

Verifizieren Sie den Algorithmus (A1) (vgl. [2,4]).

9.2.

Für B=2 bzw. B=10 liefert (A1) die Binär- bzw. Dezimalbruchentwicklung von .
Untersuchen Sie die Fälle
B = 2k ; (7)
B= 10k ; (8)

9.3.

Verallgemeinern Sie den Algorithmus (A1) zu einem
- Algorithmus (A2) zur Systembruchentwicklung eines geschachtelten Bruches (nested expression [6])

(9)
;   ; (10)

- Algorithmus (A3) zur Systembruchentwicklung eines Kettenbruches (continued fraction [7, 8])
(11)
;   .(12)

9.4.

Untersuchen Sie die Leistungsfähigkeit der in 9.3. erhaltenen Algorithmen experimentell:

- Benutzen Sie hierzu Beispiele für geschachtelte Brüche bzw. für Kettenbrüche aus Tabelle 1 bzw. 2 (vgl. [9])
- unter Zugrundelegung der Basen
B=10(13)
B=10k ; k=2, 3, 4, ... .(14)
- Diskutieren Sie die dabei auftretenden "Übertragsprobleme"

,(15)
und geben Sie Algorithmen zu ihrer Beseitigung ("Nachbearbeitung", vgl. [9], Abschn. 3.4) an.
Integrieren Sie diese Nachbearbeitungsalgorithmen gegebenenfalls in die Algorithmen (A2) bzw. (A3).

- Vergleichen Sie
die über den Berechnungsgang mit anschließender Nachbearbeitung erhaltenen Systembrüche mit den via
  • Umformung des gegebenen in eine Bruchzahl (Tabelle 3), danach
  • Systembruchentwicklung von mittels (A1)
berechneten Systembrüchen.
Diskutieren Sie dabei zu beobachtende Genauigkeitsunterschiede.
ai bi ci
2i-1 4i 1
(n-1) (2i-1) 2ni 1
3i-2 6i 1
? ? ?
fib (2(i-2)) fib (2i) *) 1
1 i 1 e
n i 1
i 2i+1 2   (1)
i (2i-1) 3 (3i+1) (3i+2) 3+5i
i2 (2i+1) (2i+2) 9 2
(2i-1)3 (8i)3 42i+5 16-1
2i-1 9 (2i+1) 1
2i-1 n2 (2i+1) 1
Tabelle 1: Beispiele für geschachtelte Brüche, die für m (infinitely nested expression) mathematische Konstanten bzw. Funktionswerte elementarer einstelliger Funktionen darstellen
*) fib (i) - Fibonacci-Zahl:
fib (i+2) = fib (i+1) + fib (i)
fib (-2) = 1, fib (-1) = 0, fib (0) = fib (1) = 1

c0 a1 ai; i=2,3,... b1 bi; i=2,3,...
1 1 2
1 2 2
1 1 1
a
2
2 i+1 i+1 e
2 1 i-1 i e
2 i 1 i-1 2,5
0 i i
0 1 (i-1)2 2i-1
0 2i-1 1 (i-1)2 0,40668965... = ?
1 i2 2i+1
1 i4 2i+1
0 i2 1
0 2i+1 2i+1 0.779306397... = ?
1
1
1
1
1
Tabelle 2: Beispiele für Kettenbrüche, die für m (unendliche Kettenbrüche) mathematische Konstanten bzw. Funktionswerte elementarer einstelliger Funktionen darstellen

Berechnung mittels Definitionsgleichung
(9)(11)
Zugeordnete Determinantendarstellung (vgl. Modul 7, Gl. (10))
Zugeordnetes Matrizenprodukt (vgl. Modul 7, Gl. (9))

Tabelle 3: Umwandlung eines in eine Bruchzahl

9.5.

Die in Tabelle zusammengestellten Beispiele für stellen bei m die in den Tabellen ebenfalls angegebenen mathematischen Konstanten bzw. Funktionswerte elementarer einstelliger Funktionen dar und nähern diese für endliche m mit unterschiedlichen Genauigkeiten an.

So erhält man für den m-gliedrigen geschachtelten Bruch

(16)

(Tabelle 1, Zeile 8) bei

B= 10(17)
n= m(18)

mittels (A2) und Nachbearbeitung (A4) eine m-stellige Dezimalbruchdarstellung

,(19)

die mit noch zu untersuchender Genauigkeit annähert:

. (20)

Tabelle 4 zeigt die so berechneten pm - Werte in Abhängigkeit von m.

mpm
12.6                              
22.93                             
33.047                            
43.09 83                           
53.12 149                          
63.13 2156                        
73.13712 94                       
83.139 46967                      
93.140 578169                     
103.141 1060215                    
113.141 35 847251                  
123.141 47 9648960                 
133.141 53 7993173 4                
143.141 56 6159344 94               
153.141 57 9788137 595              
163.141 58 6395037 0614             
17 3.141 589 6055882 3046            
183.1415 9 1166991 401878          
193.1415 9 1927675 1469263         
203.14159 22987 40 33963269        
213.14159 24799 58 22444275 4       
223.14159 25685 53 63479433 68     
233.14159 26119 08 83560468 541    
243.14159

2

6331 43 03590159 0786   
253.14159 26435 53 44796085 81260 
263.14159 26486 59 95194087 606594

Tabelle 4: Wertetabelle der -Approximation pm(m)

Aus Tabelle 4 entnimmt man:

Konstruieren Sie auf diesen experimentellen Ergebnissen fußend in Analogie zu Modul 1 und Modul 6 einen effizienten Korrekturalgorithmus (A5), der aus den "verrauschten" Basiswerten pm durch lineare Mittelung rechtsbündig möglichst viele weitere gültige Ziffern extrahiert.

Erproben Sie den Verbund (A2) - (A4) - (A5) experimentell für andere geschachtelte Brüche aus Tabelle 1. Integrieren Sie, wenn möglich, diesen Verbund zu einem Kompaktalgorithmus. Übertragen Sie, wenn möglich, diese Lösung auf den Verbund (A3) - (A4) - (A5).

9.6.

Geschachtelter Bruch Gl. (9) und Kettenbruch Gl. (11) lassen sich gemäß Bild 1 als zueinander spiegelbildliche "Kettenstrukturen" auffassen.

Bild 1: -"Kettenstruktur" und -"Kettenstruktur"

Es soll nun anhand einer Faktensammlung untersucht werden, ob diese vom morphologischen Befund der Gln. (9) und (11) her plausiblen Begriffsbildungen auch eine konstruktive Bedeutung besitzen.

1.

Zunächst erhält man das folgende erstaunliche Ergebnis

(24)
,(25)

d.h., e wird durch beide Kettenstrukturen bei gleicher Wertebelegung dargestellt.

Zum Vergleich:

(26)
(27)
(28)
(29)
(30)
(31)
(32)
(33)

Untersuchen Sie das Konvergenzverhalten der Kettenstrukturen Gl. (24) - (33).

2.

Die Kettenstrukturen mit konstanten Elementen liefern:
(34)
.(35)

Untersuchen Sie experimentell die Konvergenz von Gl. (35) für repräsentative Werte von a, b und c.

3. Für die Darstellung bzw. Approximation einer positiven reellen Zahl r durch einen regelmäßigen Kettenbruch
(36)

("Kettenbruchentwicklung") läßt sich aufgrund der geforderten Ganzzahligkeit der Kettenbruchelemente leicht ein Algorithmus angeben:


Algorithmus (A5): Kettenbruchentwicklung von

(A5) terminiert nach der Berechnung einer vorgegebenen Anzahl m von Kettenbruchelementen (n = m) oder zuvor bei Erfüllung der datenabhängigen Haltbedingung x = int(x) (n m).

Im ersten Falle

  • läßt sich entweder bei genügend groß gewähltem m ein Bildungsgesetz für die bi und damit die vollständige Kettenbruchdarstellung Gl. (36) erkennen (die dann natürlich noch verifiziert werden muß), oder

  • man erhält für r eine Kettenbruchapproximation mit der Genauigkeit von m Elementen, wobei ein Bildungsgesetz für die bi nicht erkennbar ist.

Der zweite Fall tritt ein, wenn r eine rationale Zahl ist; er tritt dann immer ein, wenn m beliebig groß gewählt wird.

Beispiele:

(37)
- Bildungsgesetz erkennbar: ''Triaden''
  (vgl. [7](38)
- Bildungsgesetz erkennbar: rein periodisch mit Periode
(39)
- Bildungsgesetz nicht erkennbar, Halt bei ,
Kettenbruchapproximation für
(40)
Erfüllung der datenabhängigen Haltbedingung bei

Konstruieren Sie in analoger Weise Algorithmen für die Entwicklung einer positiven reellen Zahl in die Kettenstrukturen
(41)
und
(42)
und geben Sie repräsentative Beispiele hierfür an.

Vergleichen Sie das Konvergenzverhalten der Kettenstrukturentwicklungen

  • Gl. (36), (A5)
  • Gl. (41), (A6)
  • Gl. (42), (A7).
4.

Zu jeder konvergierenden unendlichen Kettenstruktur läßt sich eine unendliche Kettenstruktur angeben, die gegen denselben Wert konvergiert:

- Euler-Transformation [10]
(43)
- Kompressionstransformation (vgl. [9], Abschn. 3.5.2)
(44)
mit
(45)
(46)

Vergleichen Sie anhand repräsentativer Beispiele das Konvergenzverhalten der linken und rechten Kettenstrukturen Gl. (43) und Gl. (44).


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